Donnerstag, 12. September 2013

Weber B is back!

Weber B is Back


Der beliebteste Post dieses Blogs ist nicht etwa ein schickes Outfit oder eine hübsche Fotostrecke, nein, es ist doch tatsächlich die Weber-B-Story. Bei den Google-Statistiken ist sie immer ganz vorne mit dabei und fast täglich scheint man über die Google-Suche nach "Weber B Fraktur", "Arbeiten nach Weber B" und Ähnlichem auf meinen Blog zu stoßen. Und weil die Neugier nach Krankheitsgeschichten also offensichtlich groß ist, schreibe ich heute das Ende der Weber-B-Story.
Im Juli dieses Jahres habe ich mir nämlich mein Metall entfernen lassen. Lange davor gedrückt - denn es hätte eigentlich schon Anfang März raus gesollt. Aber nun habe ich es letztendlich hinter mir und kann nur sagen: Es war super! Wenn eine OP denn überhaupt super sein kann. Denn alles lief nach Plan und ich habe es bis in den Nachmittag hinein noch selbst nicht glauben können am selben Tag wieder laufen zu können, bis ich dann abends meine Krücken weggelegt und einfach losgegangen bin - trotz frischer OP-Wunde schmerzfrei! Lediglich ein paar Stunden vorher hatte ich für ca. 30 min. mittelstarke Wundschmerzen aber das war's auch. Und nach 12 Tagen konnte ich auch gleich wieder mit dem Sport anfangen. Aber mal von Anfang an:
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Im Krankenhaus wurde ich ambulant aufgenommen und durfte schon morgens um halb acht antanzen, um als Erste auf dem OP-Tisch zu landen. Darauf musste ich auch nicht lange warten. Um acht Uhr war die OP, um halb neun war ich wieder im Aufwachraum - obwohl ich gar nicht aufwachen musste, denn ich hatte wieder die Spinalanästhesie gewählt. Diesmal aber ohne zusätzliches Schlafmittel, um live dabei sein zu können. Dummerweise haben die OP-Schwestern diesen grünen Vorhang nicht nur vor den Fuß gehangen, sondern ca. 20 cm vor mein Gesicht, sodass ich wirklich rein gar nichts sehen konnte, nicht mal die Instrumente. Damn! Und dieser blöde nette Anästhesist hat mich dauernd versucht mit seinen Fragen über Uni und Co abzulenken. Ja, das ist zwar lieb gemeint, aber ich bin doch nicht umsonst wachgebieben. Ich wollte so viel wie möglich mitkriegen! Das Einzige was ich also wahrgenommen habe war das Drücken und Ziehen der Operationsbewegungen und ein seltsames Quietschen der Hüfte... Hmmm, nicht gut. Das Metallentfernen selbst hat übrigens nur ungefähr 15 min. gedauert. Die meiste Zeit ging auf die Vorbereitungen der Narkose und des OP-Saals drauf. Am Ende sagte der Oberarzt, mit prüfendem Blick auf seine nähende Assistenzärztin, ich hätte eine schicke Hollywood-Naht bekommen. Ich dachte zuerst das wäre ein Scherz - was sich später aber als keiner erwies... Nach der OP lag ich dann noch knappe vier Stunden im Aufwachraum, weil mein Körper anscheinend ziemlich lange braucht, um die Rückenmarksnarkose abzubauen. Auch bei der ersten OP habe ich statt zwei, vier oder sogar fünf Stunden gewartet, bis das Taubheitsgefühl verflogen ist. Ekelige Angelegenheit so etwas! Fühlt sich wie ein eingeschlafener kalter Fuß an.
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Bei meinen Eltern zuhause durfte ich dann noch einen Abend und eine Nacht mit dieser stylishen Drainage herumlaufen, die am nächsten Morgen aber auch schon gezogen wurde. Das wiederum ist ein tolles Gefühl! Danach habe ich die Wunde quasi gar nicht mehr als Wunde wahrgenommen. Verband drauf und fertig!
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Zwölf Tage lang musste ich dann auf das Fädenziehen warten. Und weil weiße Verbände (seltsam klingender Plural) irgendwann zu langweilig wurden, haben mein Freund und ich mir bloggerlike einen Nike-Air-Max-Verband gebastelt. Très chic! Das Fädenziehen dann war eigentlich eher ein Fadenziehen. Denn hier kommt die Auflösung: Die Hollywood-Naht war kein Scherz, weil es tatsächlich so eine Nähtechnik gibt, die nur zwei Einstichstellen hervorbringt und somit weniger Narbe verursacht. Der gesamte Faden lag unter der Haut. Nachdem die Arzthelferin einen Knoten abgeschnitten hat, konnte sie den Faden mit einem Zug am anderen Ende herausziehen. Ich war begeistert! Warum wird nicht immer so vernäht? Man hat eine coole Narbe ohne lästige Einstichstellen.
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Und so sieht das Ganze nun aus. Fuß und Metall in Scheidung. Wie man an der Krümmung erkennt, lag die Platte tatsächlich auf meinem gesamten Knöchel. Nur ist er ohne Platte leider trotzdem nicht wieder schlank geworden wie zuvor. Die "Schwellung" sieht noch genauso aus wie vorher und wird wohl auch nicht mehr wieder weggehen. Wenn ich viel unterwegs bin, wird der Knöchel abends manchmal sogar noch etwas dicker. Aber was soll's! Ich trauere meiner alten schlanken Fessel nicht nach und bin eigentlich ganz froh diese Erfahrung gemacht zu haben, denn dadurch bin ich wieder ein Stück mutiger geworden. Nach der riesen Angst vor der ersten OP, habe ich mich auf diese sogar ein bisschen gefreut. Ist das weird?
Das, was ich euch da auf dem dritten Bild unten zeige, ist übrigens die Hauptursache für diese "Schwellung". Es fühlt sich einfach wie ein Stück verrutschtes Fleisch an - und ist es vermutlich auch. Irgendwie musste der Arzt ja an meinen Knochen kommen und hat das darüberliegende Fleisch wahrscheinlich einfach zur Seite geschoben. Kann das sein? Sind da Ärzte unter euch? Nun denn, es stört mich aber auch nicht im Alltag. Lediglich in Pumps wird dieser Buckel leider gut betont, aber die ziehe ich seit dem Unfall ja nicht mehr so oft an. ^^
Jap. Das war das Ende der Geschicht'! Und die Moral? Setz dich auf freistehende Barhocker nicht.
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PS: Und an alle weber-B-befallenen Googler da Draußen: Habt Mut! Alles wird gut! So schlimm ist das gar nicht. :-)

Kommentare:

  1. Huhu :)
    Also ich kann dir sagen, dass diese Art Naht, wie du sie bekommen hast halt etwas aufweniger ist :) Und bei kleinen OP Stellen macht es auch keinen Sinn, so zu nähen.

    Das mit dem Fleisch zur Seite schieben kann ich mir nicht vorstellen. Das wäre ja dann der Muskel, den er hätte schieben müssen... Ich denke, das könnte Haut + Fettgewebe sein, was vorher gedehnt war, durch die Platte und jetzt "zuviel" ist und sich wieder zurückziehen muss.

    lg :)

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  2. Weber-B -befallene Googler :D

    Danke für deinen so positiven Eintrag und die kurzweilige Fotostrecke ... so ähnlich sah, bzw. sieht mein Fuß auch aus :)

    LG

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  3. Seufz, wurde vor knapp 4 Wochen an Weber B operiert, ganz widerliches Fremdkörpergefühl mit meiner 7 Lochplatte:( ich bin wirklich froh wenn das Fremdmaterial wieder raus ist und dementsprechend Angst ist auch wieder da:/
    Aber geteiltes Leid ist ja halbes Leid und daher danke für deinen Beitrag:-)

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    1. Ich habe seit 2 Wochen endlich meine Titanplatte raus, ein supertolles Gefühl!! Wunde ist prima verheilt, alles problemlos. Nur bei Glatteis habe ich seitdem Ängste, wieder auszurutschen. Ich wünsche Euch alles Gute!

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    2. Yay, Prima! Herzlichen Glückwunsch :) Und bald ist das Glatteis ja hoffentlich endlich wieder weg! Pass auf dich auf :-)

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  4. Danke für deinen Erfahrungsbericht! War für mich sehr hilfreich/beruhigend zu lesen wie der Heilungsprozess bei anderen verlaufen ist. Ich habe eine Frage bezüglich der zurückgebliebenen Schwellung. Hat sich seit der Entfernung der Platte vor 3 Jahren noch was verändert oder blieb der Knöchel weiterhin dicker als der linke? Ich persönlich finde meine zwei ungleichen Knöchel sehr unschön und hoffe daher auf ein happy end. :D

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    1. Hallo! Sehr gern! Ich freue mich, dass dieser Post auch nach "so vielen Jahren" noch gelesen und kommentiert wird! :)
      Wenn ich mir die letzten Fotos in diesem Blogbeitrag so anschaue, muss ich dir aber leider sagen, dass sich nicht mehr viel getan hat in Sachen "Schwellung". Dieser kleine Buckel, bzw. wie ich es genannt habe das "Stück verrutschte Fleisch" ist immer noch da und auch die Narbe ist immer noch deutlich zu sehen. Aber das muss bei dir ja nicht genauso werden! Jeder Operateur macht das sicherlich etwas anders und jeder Fuss heilt anders. Ich wünsche dir auf jeden Fall eine gute Genesung und dass du einen buckelfreien Knöchel zurück bekommst am Ende! LG! :)

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  5. Danke für deinen doch eher motivierenden Bericht :) Ich werde in einer Woche meine Weber B Fraktur operiert bekommen. Jetzt meine Frage : Wie war die erste OP ohne Vollnarkose denn für dich? Konntest du Musik hören? Wie lange hat die OP gedauert? Würdest du empfehlen die OP ohne Vollnarkose zu machen oder warum hast du diesen Weg gewählt?
    Bin Dir super dankbar für Infos!
    Gruß aus Hamburg
    Ray :)

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